.......Unsere erste Mannschaft, in der recht gute Spieler wie LÜDECKE, EITEL, HECHT, SZIBON, RIEKE, MEIHÖFENER und LEMNITZER mitwirkten, gewann die ersten Spiele verhältnismäßig glatt. Aber gegen den HLT wurde schon recht leichtsinnig ein Punkt eingebüßt. Dann kam der entscheidende Kampf gegen ST.PAULI-SPORT. Durch unglückliche äußere Umstände war unsere Erste nicht auf der Höhe und verlor verdient 1:3. dadurch waren wir im ganzen um 3 Punkte gegen unsere Mitbewerber zurück gefallen.

Wir durften uns aber noch Hoffnungen machen. Einige Wochen später waren aber auch unsere letzten Meisterschaftsträume endgültig zerstört. Nach dem Punktspiel gegen HERMANNIA wurde unsere gesamte 1.Herrenmanschaft bis zum 31. Dezember 1919 gesperrt! Wie war es zu dieser Strafe gekommen?  Für den nicht erschienenen Schiedsrichter war ein Ersatzmann eingesprungen, der nicht für ein ruhigen Spielverlauf gesorgt und drei Spieler von uns, sowie zwei Spieler von HERMANNIA des Feldes verwiesen hatte. HERMANNIA hatte hinterher Protest eingelegt, und bei der Verhandlung war die erwähnte Disqualifikation herausgesprungen.

wir legten Berufung ein und erreichten auch, dass die Sperre für 9 Spieler aufgehoben wurden und die inzwischen ausgefallenen Spiele entgegen den ersten Beschluss neu angesetzt wurden; die Zuversicht und die Kampfkraft der Mannschaft war aber dahin. Unsere junge Verbindung war solchen schweren Erschütterungen nicht gewachsen.

1920 waren wir soweit, dass wir unsere 1 Herrenmannschaft nicht mehr vollzählig aufs Feld schicken konnten. So verloren wir z.B. mit 9 Mann, von denen 2 Spieler morgens schon in der 2. Herrenmannschaft spielt hatten, gegen GROß-BORSTEL mit 0:16. man wurde sich einig, den Verein aufzulösen oder eine Vereinigung anzustreben.

Für beides war aber die satzungsmäßiges Mehrheit erforderlich. Diese Mehrheit wurde in zwei Versammlungen nicht erreicht und so vegetierte noch einige Monate dahin. Da erschien im Februar 1921 als Retter in höchster Not Herr Lindemann mit seinem ESC und bot uns eine Vereinigung an. Der ESC war im Gegensatz zu uns ein blühendes Vereinswesen mit gefüllter Kasse, guten Bällen und Geräten und dem Benutzungsrecht für den Grindelberg. Wenn dieser enge, kümmerliche Sandacker sich im allgemeinen auch nur geringer Wertschätzung erfreute, kam er uns infolge seiner außenordentlich günstigen Lage, direkt am Bahnhof Hoheluftbrücke, für den Jugendbereich recht gelegen.

 Der ESC hatte aber auch seine Sorgen: Der Verband wollte ihn nicht aufnehmen, weil keine Herrenmannschaft vorhanden waren. Wir stellten fest, dass beide Vereine sich vorrausichtlich gut ergänzen würden, und sofort grundsätzlich einig. Nachdem in einer gemeinsamen Sitzung der Vereinsvorstände die Einzelheiten festgelegt waren, bestätigte die außerordentliche Versammlung am 7.März 1921 den Zusammenschluss und nahm die vorgeschlagenen Änderungen an.

Der neue Name war HEBC, die Tracht violett-weiß.

Die Vereinigung bewährte sich glänzend. Namentlich unsere Jugendabteilung blühte auf.

 

 Wir konnten zur neuen Spielzeit 1 Jugend, - 3 Schüler, - und 2 Knabenmannschaften melden.

Auch der Herrenbetrieb hatte sich etwas erholt. Wir stellten wieder 2 vollständige Mannschaften, die allerdings noch einige Zeit herzlich spielschwach blieben. In der B-Klasse, in die man uns zu Recht versetzt hatte, konnten wir uns im nächsten Jahr nur halten weil eine allgemeine Umgruppierung aller vereine erfolgte. Wie wenig Spielmaterial wir damals in unseren Herrenmannschaften hatten, zeigte deutlich ein Gesellschaftsspiel der Ersten gegen unsere 1.Jugend.Die Jugend gewann mal eben mit 6:1! Ende 1922 winkte der Abstieg in die C-Klasse, den wir unter allen Umständen vermeiden mussten, weil wir im nächsten Jahr unsere tüchtige Jugendabteilung aufrücken lassen wollten. Damit hatten wir dann voraussichtlich alle Schwierigkeiten überwunden und konnten mit Riesenschritten vorwärts streben. In einer hitzigen Mitgliederversammlung fand man den richtigen Ausweg: WILLY FRANK wurde die Leitung der Mannschaft bis zum Schluss der Frühjahrsserie 1924 alleinverantwortlich übertragen. Das war damals zur zeit der Ausschüsse und Kommissionen etwas ganz besonderes. Viele Mitglieder hatte ernste Bedenken einem Mann soviel macht einzuräumen. Aber WILLY FRANK hatte Erfolg ! Mit einer gänzlich umgebauten Mannschaft, kratzten wir die nötigen Punkte zusammen.

Mit dem Schluss der Spielzeit 1923/1924 war die Zeit der Rückschläge und Niederlagen für den HEBC vorläufig zu Ende. Ein seltener Aufstieg begann. Mit unseren Jugendlichen der Jahrgänge 1905/06 hatten wir für das neue Spieljahr eine für B-Klassenverhältnisse sehr starke Mannschaft zur Verfügung. Anfangs hatte es im Verein zwar einigen Widerstand gegeben, als die Mannschaft radikal verjüngt werden sollte. Nach dem glänzendem Abschneiden unserer Ersten im Bostelbeker Pokalturnier sahen aber auch die Zweifler den kommenden Punktspielen mit vertrauen entgegen. Unterstützt wurde die zuversichtliche Stimmung noch durch unseren Wechsel zur Hoheweide. Mit diesem neuen Platz hatten wir endlich in unserer Gegend eine Heimat. Wir brauchten nicht mehr mit unserem Hauptbetrieb zum entfernten Stadtpark zu ziehen.

Wir konnten mit Zuschauern und größerem Zustrom neuer Mitglieder rechnen, wenn es uns gelang, eine einigermaßen spielstarke Mannschaft herauszubringen. Für eine Einweihung des Hohenweideplatzes holten wir uns die Ligamannschaft des SC SPERBER. Allgemein fand man diese Einladung für einen an vorletzter Stelle liegenden B-Verein nicht gerade bescheiden. Sperber kannte aber unsere neue Mannschaft von den Jugendlichen her und sagte Hochherzigerweise zu. Unsere erste Garde gewann überraschend mit 3:2. Es schien, als wenn wir schon gleich im ersten Jahr die Meisterschaft erringen sollten. Mehrere Spiele gewannen wir zweistellig oder ganz hoch. Am Schluss war HAMMONIA aber Meister, und wir mussten uns mit dem zweiten Platz begnügen. Auch mit diesem Ergebnis konnten wir sehr zufrieden sein. Seit Jahren hatte man uns bemitleidet und bespöttelt. Nun wurden wir endlich als starke Gegner anerkannt.  

  Für die nächste Saison 1925/26 starteten wir als Favorit für die Meisterschaft.

Wie stolz ging unsere junge Mannschaft in die Spiele, dass man ihr allgemein soviel zutraute. Der Innensturm KRUSE, BEHR, SCHRAMM hatte es schon zu einer kleinen Berühmtheit gebracht. Sein Kurzpaß-Spiel war der Schrecken der meisten Verteidiger. Mit großem Vorsprung wurde die ersehnte Meisterschaft erspielt.  Auch die Reserve schaffte es in diesem Jahr.  Auf unserer schönen Meisterschaftsfeier im "Stadion", einem Lokal im Stadtpark, sahen wir viele alte Gesichter wieder, die 1920 den HBC aufgegeben hatten und sich jetzt riesig freuten......

1931/1932 Hamburger Oberliga

1932-1936 Hamburger Bezirksliga

 

1935 horchte man in ganz Norddeutschland auf. In den DFB-Pokalspielen war der HEBC unter den letzten Vier. Die Überschriften in den Zeitungen: "HSV, HOLSTEIN KIEL und HEBC noch im Pokal" oder "Pokalmöglichkeiten: Schalke auf dem Reinmüller-Platz gegen HEBC" hatte die Fußballwelt auf uns aufmerksam gemacht. In einer selten dramatischen Pokalrunde hatten wir uns ganz nach vorn gespielt. Im Herbst setzte man uns leider den damals außergewöhnlich starken Gaumeister EIMSBÜTTEL vor. Wir konnten gegen diese Mannschaft nicht bestehen und gingen 7:0 ein. Die Presse kritisierte uns ziemlich mitleidig. Als später auch HOLSTEIN KIEL und der HSV mit 6 und 7 Toren geschlagen wurde, revidierte die Presse allerdings ihre Ansicht. Die damaligen Pokalhelden waren: DIEKE, KLOOTH, DÖRRIEN, GLASER, VELDHOEN, KOCK und WALTER STROEBEL.

Als der zweite Weltkrieg ausbrach, wurden viele unserer Mitglieder eingezogen. Wir hatten aber durch unsere Jugend-Abteilung soviel Spielermaterial, dass wir die Lücken immer wieder auffüllen und so mit viel Mühe die Kriegsjahre einigermaßen durchhalten konnten. Das uns das überhaupt gelang, war das Verdienst unseres  Vereinsführers JOHN RÜHMANN. Er brachte trotz aller Materialschwierigkeiten regelmäßig Vereinszeitungen heraus, die als Feldpostbriefe an unsere Soldaten geschickt wurden. So blieb die Verbindung unter allen HEBCern aufrechterhalten und alle Urlauber wussten, wo sie uns finden konnten und Spielmöglichkeiten hatten. 1942 fanden wir dann uns mit dem damaligen Sportverein von 1901 (heute GRÜN-WEIß EIMSBÜTTEL) zu einer Kriegssportgemeinschaft zusammen, in der sehr harmonisch zusammengearbeitet wurde, und so konnten wir 1943 abermals die Meisterschaft erringen und in die Oberliga aufsteigen.

 

Kriegsende Mai 1945! Das Reich war zusammengebrochen, nicht nur militärisch, sondern gleichfalls in seiner gesamten inneren Struktur. Verbände, Vereine usw. wurden durch die Besatzungsmächte als Institution des III.Reichs, und damit politisch verseucht, aufgelöst. Zu der Zeit gab es also keinen Hamburger Fußball-Verband, und es sah keineswegs so aus, als würde in absehbarer Zeit ein neuer Grundstein gelegt werden können. Die führenden Persönlichkeiten des Sports waren damit beschäftigt, sich durch die Mühle der Entnazifizierung hindurchzuquälen.  Der HEBC war seinerzeit in der glücklichen Lage, verschiedene Mitglieder ohne politische Vergangenheit stellen zu können. Man wagte darauf auch, ein inoffizielles Gesellschaftsspiel auf dem Reinmüller-Platz auszutragen. Damit wurde ein neuer Start geschaffen, und als nach einiger zeit die Einwilligung der amtlichen Dienststelle eintraf, dass der HEBC unter Vorsitz von AUWI STROEBEL und mit WILLY HEYDORN als Sportleiter seine Tätigkeit wieder aufnehmen durfte, war der Verein praktisch ein zweites Mal gegründet worden.......... Fortsetzung folgt